Verbesserung der Patientenrechte

Interviewter:
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger/ Daniel Bahr
Medium:
Sueddeutsche_Zeitung
2011-01-16-patientenrechte.jpg;jsessionid=4D79712231CCCC13B895C98F3BAC9580.s3t2Leitbild des vorgelegten Gesetzesentwurfes sei der mündige Patient, der seine Rechte kenne und wahrnehme. Dies betonen Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Er bringe den Patienten mehr Rechtssicherheit.
Patientenrechte stärken Foto: Burkhard Peter
Süddeutsche Zeitung (SZ): Frau Leutheusser-Schnarrenberger, zusammen mit Herrn Bahr haben Sie einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Patientenrechte verbessern soll. Wenn sich jetzt herausstellt, dass mein rechtes Bein operiert worden ist statt meines linken: Was bringt mir Ihr Gesetz?
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: Zunächst bringt es Rechtssicherheit. Der Patient muss nicht mehr überlegen: Was für einen Vertrag habe ich mit dem Arzt geschlossen, was hat dieser für Pflichten, was habe ich für Rechte? Das wird jetzt alles im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt. Erstmals findet der Patient alles an einer Stelle.
SZ: Herr Bahr, was sagt Ihnen der Satz "Es liegt ein Verschlussikterus nach iatrogener Choledochusverletzung vor"?
Daniel Bahr: Ich bin kein Mediziner, aber ich ahne, dass es ein schwerer Fehler ist.
SZ: Richtig. Es bedeutet eine schwere Komplikation nach einer Gallenblasen-Operation. Wir fragen uns: So gut das ist, wenn ein Patient jetzt seine Rechte nachlesen kann - wie soll er sie einfordern, wenn er noch nicht einmal versteht, was für ein Schaden ihm zugefügt wurde.
Bahr: Wir sorgen dafür, dass die Krankenkasse verpflichtet wird, Patienten zu beraten und dabei zu unterstützen, ihre Ansprüche auch geltend zu machen. Das war bisher eine freiwillige Leistung.
SZ: Die Krankenkasse soll eine Art Rechtsschutzversicherung werden?
Leutheusser: Nein, aber sie soll in anderer Form Ansprechpartner sein und in diesen schwierigen Fragen unterstützen.
SZ: Müssen die Kassen jetzt neue Mitarbeiter einstellen, die juristisch und medizinisch beurteilen können, was "Verschlussikterus nach iatrogener Choledochusverletzung" bedeutet?
Bahr: Die haben solche Leute schon. Oft geht es ja darum, dass sich Patienten zunächst allein gelassen fühlen. Viele kriegen zu hören: Du hast eh keine Chance. Da würde die Kasse erst mal informieren, wo es Hilfe gibt. Dann kann sie ein Gutachten beauftragen.
SZ: Patientenschützer wollten, dass Arzte in viel mehr Fällen ihre Unschuld an einem Behandlungsfehler beweisen müssen. Ihr Gesetz hält an der alten Regel fest, wonach der Patient dem Arzt meistens einen Fehler nachweisen muss. Warum schützen Sie die Ärzte?
Freizeit1003
Leutheusser: Es gibt einfache und grobe Behandlungsfehler. Im Gesetz wird stehen, dass es bei einem groben Fehler eine andere Art von Beweisführung gibt, die Beweislastumkehr: Da muss der Behandelnde vortragen, dass er alles richtig gemacht hat - und nicht der Patient nachweisen, dass alles, was ihm passiert ist, auf diesem Fehler beruht. Gerade das ist doch eine erhebliche Erleichterung
SZ: Ist das nicht Ermessensspielraum: Was ist ein grober Fehler?
Leutheusser: Das ist kein Ermessen, sondern kann objektiv durch Gutachten nachgewiesen werden. Manchmal kann man auch auf den ersten Blick sagen, das darf nicht passieren, da muss ein Arzt seine ganze Sorgfaltspflicht verletzt haben. Wir schreiben auch ins Gesetz, dass es ein voll beherrschbares Risiko gibt. Fällt einem Arzt etwa ein Patient vom OP-Tisch, muss der Patient nichts beweisen.
Bahr: Die Beweislast noch weiter zuungunsten der Arzte zu verschieben, würde der Realität nicht gerecht. Es geht in der Medizin oft darum, in stressigen Situationen zu arbeiten und Leben zu retten. Es ist richtig, dass wir auf eine generelle Beweislastumkehr verzichten. Das besondere Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient wollen wir erhalten.
SZ: Was könnte sonst die Folge sein?

Leutheusser: Eine Defensivmedizin, bei der Ärzte aus Unsicherheit risikobehaftete Behandlungen lieber sein lassen.
Bahr: Aus der erforderlichen Fehlervermeidungskultur, die das Gesetz stärken soll, würde möglicherweise eine Risikovermeidung. Das darf nicht sein.
SZ: Wäre es nicht im Sinne einer Fehlervermeidungskultur, dass ein Arzt, wenn er mich auf den OP-Tisch legt, keine 24-Stunden-Schicht hinter sich hat? Sie planen stattdessen ein Qualitätsmanagement für Klinken.
Bahr: Nach dem geltenden Arbeitszeitgesetz sind überlange Dienstzeiten nicht mehr möglich. So zählt die Bereitschaftszeit nun als Arbeitszeit, weshalb 36-Stunden-Dienste Vergangenheit sind.
SZ: Wie viele Stunden dürfen Ärzte noch am Stück arbeiten?
Bahr: Das hängt im Detail von den jeweiligen Tarifverträgen ab und ist je nach Klinik unterschiedlich. Verlängerungen dieser Zeiten müssen über Tarifverträge und mit Zustimmung der Beschäftigten vereinbart werden. Aber wir können keine Gesellschaft schaffen, auch nicht durch ein wie auch immer geartetes Patientenrechtegesetz, in der Fehler nicht passieren. Es geht darum, Fehler zu vermeiden, offen damit umzugehen, damit der Patient nicht das Gefühl hat, er sei ausgeliefert. Unser Leitbild ist der mündige Patient, der seine Rechte kennt und wahrnimmt.
SZ: Aber auf eine verpflichtende Supervision, bei der Fehler der Arzte registriert werden, verzichtet das Gesetz.
Bahr: Fehler sollen in die Qualitätsberichte der Krankenhäuser einfließen, so dass Patienten sich über das Haus informieren können. Wir müssen aber aufpassen, dass wir nicht das Gegenteil erreichen. Ein Krankenhaus, das viele schwere Fälle übernimmt, geht auch mehr Risiko ein. Es darf nicht sein, dass am Ende versucht wird, diese Fälle abzuschieben.
SZ: Wir haben den Eindruck, dass die Ärzteschaft allzu zufrieden mit Ihren Vorschlägen ist. Ist das Gesetz auch ein Versuch, die Arzte für die FDP zu gewinnen?
Bahr: Die FDP macht Politik für die richtige, vernünftige Sache. Wir lösen die Probleme der Menschen. Ich rate zu Gelassenheit. Wir müssen das Vertrauen hart zurückerarbeiten. Dazu reicht nicht ein einziges Gesetz und nicht eine einzige Rede des Parteichefs.
SZ: Die Reaktionen auf die Rede von Herrn Rösler auf dem Dreikönigstreffen, die Sie ansprechen, waren verhalten. War das das erhoffte Aufbruchssignal?
Leutheusser: Es war eine hervorragende Rede von Philipp Rösler, in der er seine Kompetenz als Wirtschaftsminister genutzt hat, um das Thema Wachstum als Klammer liberaler Politik durchzudeklinieren. Der Wachstumsbegriff ist nicht quantitativ zu verstehen, sondern wir sprechen von qualitativem Wachstum, also Bildungs- und Teilhabechancen für jeden Einzelnen.
SZ: Wachstum könnte Ihre Partei ja auch gut gebrauchen. Ist Philipp Rösler der richtige Mann dafür?
Leutheusser, Bahr (gleichzeitig): Klar!
SZ: Und wie will die FDP in den nächsten Monaten wachsen?
Bahr: Drei von vier Wählern der FDP aus dem Jahr 2009 können sich vorstellen, bei der nächsten Bundestagswahl erneut die FDP zu wählen. Die sind momentan in der Nichtwählerschaft. Denen müssen wir klarmachen, dass es einen Unterschied macht, dass die FDP regiert. Während andere Parteien darum streiten, wofür Steuererhöhungen ausgegeben werden, während andere Parteien schon längst Euro-Bonds und damit eine Vergemeinschaftung der Schulden durchgesetzt hätten, sieht man, dass die FDP das Geld der Bürger schützt.
SZ: Ihnen beiden werden Ambitionen auf den FDP-Vorsitz nachgesagt. Sind das a) Gerüchte, b) üble Nachrede oder ist da c) ein Körnchen Wahrheit dran?
Bahr: b.
Leutheusser: Ja. b. Üble Nachrede.
Das Interview führten Guido Bohsem und Charlotte Frank für die
Süddeutsche Zeitung.

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Schlaganfall: Botenstoff verbessert Feinmotorik

Gehirn-Jogging - Lust am Lernen
Gehirnjogging kann Ihre Geisteskraft steigern: Viele Übungen zum Mitmachen. Dazu: Sudoku und Tipps zu Lernen, Gehirn und Gedächtnis

banner-atch4München (netdoktor.de) - Nach einem Schlaganfall ist bei vielen Patienten die Feinmotorik beeinträchtigt, also zum Beispiel Bewegungsabläufe von Hand und Fingern. Der chemische Botenstoff Noradrenalin kann diese Defizite offenbar verringern, entdeckten jetzt deutsche Forscher. "Die Befunde unserer Studie könnten sich als Startpunkt eines neuen, vielversprechenden therapeutischen Ansatzes erweisen, um Störungen in Hirnnetzwerken zu korrigieren und handmotorische Funktionen nach Schlaganfall zu verbessern", sagt Christian Grefkes vom Max-Planck-Institut für neurologische Forschung. Er hatte gemeinsam mit Kollegen des Forschungszentrums Jülich sowie der Uniklinik Köln die Untersuchung an elf Schlaganfall-Patienten durchgeführt. Über die Ergebnisse berichtet das Fachmagazin "Annals of Neurology" (DOI:10.1002/ana.22237).

Die elf Studienteilnehmer waren zwischen 42 und 74 Jahre alt und litten infolge eines Hirnschlags an motorischen Defiziten. Die Wissenschaftler stellten ihnen verschiedene motorische Aufgaben, in denen die maximale Griffkraft sowie Fingerklopfrate bestimmt beziehungsweise Zeigebewegungen ausgeführt werden sollten.

Im Vorfeld bekamen einige der Patienten Reboxetin (RBX) verabreicht. Diese Substanz verlangsamt die Wiederaufnahme des Nervenbotenstoffs (Neurotransmitters) Noradrenalin, nachdem es von Nervenzellen ausgeschüttet wurde. Damit verlängert sich dessen stimulierende Wirkung im Motorik-Netzwerk des Gehirns. Die restlichen Patienten erhielten eine gleich aussehende Tablette ohne Wirkstoff (Placebo).

6309134353Pro Tag sollten Sie sich mindestens zweimal zehn Minuten Zeit für Ihre grauen Zellen nehmen – einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag. Am Vormittag machen Sie eine unserer Gehirn-Jogging-Aufgaben. Am Nachmittag lesen Sie einen Text, den Sie ohnehin lesen wollen oder müssen. Doch Sie drehen die Seite um, so dass die Buchstaben auf dem Kopf stehen. Diese Übung aktiviert Ihr räumliches Vorstellungsvermögen und lässt das Gehirn abseits der gewohnten Bahnen denken.

 Sozialer Stress kann krank machen

6304849937Manche Menschen reagieren im Umgang mit anderen besonders dünnhäutig. Das scheint sich direkt auf ihre körperliche Gesundheit auszuwirken, wie US-Forscher zeigten
Jeder von uns erlebt ab und zu sozialen Stress: Das Herz klopft heftig beim Einstellungsgespräch, die Stimme versagt beim Referat, die Nervosität wächst, wenn wir auf eine Party kommen, auf der wir noch niemanden kennen. Wir haben Angst, zurückgewiesen oder kritisiert zu werden.
Allerdings reagiert nicht jeder Mensch gleich auf diese Art von Herausforderung. Was der eine ganz gelassen anpackt, bedeutet für den nächsten eine riesige Kraftprobe. Forscher der University of California Los Angeles (UCLA) wollten nun wissen, was sich in schwierigen sozialen Situationen in unserem Körper genau abspielt. Und ihre Tests ergaben: Was dabei im Gehirn passiert, scheint direkt auf das körpereigene Abwehrsystem zu wirken – und kann im ungünstigen Fall sogar körperlich krank machen. Die „Dünnhäuter“ unter uns sind offenbar anfälliger für bestimmte körperliche Leiden.

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Chefs können Burn-Out verhindern
Eine intensivere Unterstützung seitens der Führungskräfte reduziert Burn-Out-bedingte Erkrankungen der Mitarbeiter

5335056401Prophylaxe gegen Burn-Out beginnt beim Chef. Einer Schweizer Langzeit-Studie in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung zufolge können Führungskräfte mit persönlicher Ansprache und rechtzeitiger Arbeitsentlastung das Burn-Out-Risiko ihrer Mitarbeiter deutlich verringern. Beenden oder unterbrechen die Vorgesetzten ihre Unterstützung jedoch, steigen die durch Stress bedingten Ausfälle in der Belegschaft schnell wieder auf den vorherigen Stand. Als Burn-Out (Ausgebranntsein) wird ein Zustand der totalen Erschöpfung bezeichnet.
Für die Studie wurden in den Jahren 2006 bis 2009 jährlich 120 Teilnehmer befragt. Jede Befragung umfasste mehr als 250 Fragen zu 20 Gesundheitsaspekten. Resultat: Bereits eine um 20 Prozent intensivere Unterstützung seitens der Führungskräfte bewirke 10 Prozent weniger Burn-Out-bedingte Erkrankungen. Hilfreich seien zum einen bessere Arbeitsmittel, Tipps und Arbeitsentlastung. Zum anderen seien aber auch Zuspruch, Trost, Motivation und Zuhören nachweisbare positive Faktoren.

Studie: Junk Food macht süchtig
Wer sich oft mit Pommes und Co. vollstopft, kann davon genauso abhängig werden wie ein Drogen-Junkie.
Das fanden jetzt US-Forscher heraus.

JunkFoodWer sich hemmungslos mit fetter Wurst, Pommes frites oder auch Kuchen mit Schlagobers vollstopft, kann nach Erkenntnis von US- Forschern genauso abhängig werden wie ein Drogen-Junkie. Das Hirn spielt Fettleibigen, die den Konsum von kalorienreichem, ungesundem Essen nicht lassen können, den gleichen Streich wie Rauchern, Sex-, Heroin- und Kokainsüchtigen, berichten Paul J. Kenny und Paul M. Johnson im Fachjournal Nature Neuroscience.
Das Team vom Scripps Research Institute in Kalifornien wies im Versuch mit Ratten nach, dass Junk Food das chemische Gleichgewicht im Hirn ähnlich aushebeln kann wie jedes andere Suchtmittel. Betroffen ist das "Reward System", das Mensch wie Tier vorübergehend befriedigt. Je mehr die Fast-Food-Süchtigen zulangen, desto mehr Nachschub verlangt das Gehirn, um das gleiche Glücksgefühl wie beim letzten Mal zu erzeugen.
Ratten verweigerten Gemüse
Laut Kenny "verloren die Ratten im Verlauf der Studie komplett die Kontrolle über ihr Essverhalten" - das Hauptmerkmal für Sucht. "Sie ließen selbst dann nicht nach, wenn sie mit Elektroschocks rechnen mussten. Das zeigt, wie wichtig ihnen das Schlemmen war."
Das Forscherteam fütterte die Nager mit allem, was auch für Menschen verlockend ist: Würstchen, Schinkenspeck und Käsekuchen. Kaum hatte das Experiment begonnen, legten die Ratten an Gewicht zu. Wurde ihnen das fette Essen gestrichen und stattdessen Salat und Gemüse vorgesetzt, verweigerten sie die Nahrung und hungerten lieber. "Wenn das Tier die Hirnzentren fürs Wohlbefinden mit dem schmackhaften Essen überreizt, passt sich das System an und schraubt seine Aktivität zurück. Das heißt, dass das Hirn ständig mit weiterer Zufuhr stimuliert werden muss, um nicht in einen Dauerzustand negativen Befindens zu verfallen", erläutert Kenny.
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Dopamin
Molekulare Studien bestätigten inzwischen den Zusammenhang. Das Scripps-Team konzentrierte sich dabei auf den Rezeptor, an den der Botenstoff Dopamin andockt. Dopamin wird vom Hirn als Reaktion auf Reize wie Sex, Schlemmern und Drogengenuss ausgeschüttet. So ist auch der Rezeptor (D2) seit längerem für seinen entscheidenden Einfluss auf Sex- und Drogensucht bekannt. Tatsächlich sprach D2 auch auf den Genuss von reichlich Junk Food an. Um die Flut von Dopamin besser verarbeiten zu können, schaltete D2 sozusagen einen Gang nach dem anderen zurück. Demzufolge benötigte der Rezeptor immer mehr - vom Schlemmergenuss ausgelöstes - Dopamin, um in Aktion zu treten und Wohlgefühl auszulösen. Der gleiche Vorgang tritt bei anderen Suchtmitteln ein.

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Softdrinks erhöhen Krebs-Risiko um fast 90 Prozent

SoftdringsForscher der Universität von Minnesota (USA) führten mit 60.000 Männern und Frauen eine Langzeitstudie durch. Sie beobachteten  die Testpersonen über einen Zeitraum von fast 14 Jahren.

Ein Ergebnis veröffentlichten sie nun in einer amerikanisch medizinischen Fachzeitschrift ( "Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention"). Die Wissenschaftler berichteten, dass 140 der Testpersonen im dem Beobachtungszeitraum an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten. Personen, die mehr als zweimal pro Woche Softdrinks zu sich nahmen, hatten demnach ein um über 80 Prozent höheres Krebsrisiko.

Professor Mark Pereira,  Leiter der Studie, schrieb zu diesen möglichen Ursachen: "Die hohen Zuckerkonzentrationen in Softdrinks lassen das Insulin-Level im Körper ansteigen. Wir gehen davon aus, dass so Krebszellen zum Wachsen angeregt werden." Bei Fruchtsäften hingegen konnten die Wissenschaftler kein erhöhtes Krebs-Risiko entdecken.

Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als eine der tödlichsten Krebsarten überhaupt: 95 Prozent der Betroffenen überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose nicht. Das größte Problem ist Medizinern zufolge, dass die Krankheit oft erst in einem sehr späten Stadium entdeckt wird.

Meditation kann heilen helfen

Das Telefon klingelt, der Kopierer schnarrt, das Gehirn arbeitet auf Hochtouren, da muss noch ein Angebot raus, der Kunde wartet. Stress ist wohl die Volkskrankheit und die Weltgesundheitsorganisation nennt diese Dauerbelastung zu den grösstebn Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts.

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Obwohl er in einem Labor sitzt - mit 128 Elektroden auf dem Kopf - wirkt der Mönch äußerlich völlig ruhig. Für das ungewöhnliche Bild des meditierenden Geistlichen in steriler Forschungsatmosphäre ist der Dalai Lama persönlich verantwortlich. Seit Jahren schickt das tibetische Oberhaupt ausgewählte Mönche im Dienste der Wissenschaft durch die Welt , alle mit mehr als 10.000 Stunden Meditationserfahrung. Forscher renommierter Universitäten durchleuchten die kahlrasierten Köpfe. Sie wollen zeigen, ob und wie sich Meditation (Lateinisch für “sich zur Mitte ausrichten”) auf die Strukturen im Gehirn auswirken kann. Und was die Überwachungsgräte ausspucken, treibt den Adrenalinspiegel der Experten regelmäßig in die Höhe: Der Psychologe David Richardson von der Universität Wisconsin beispielsweise wies bei einem Mönch im Vergleich zu normalen Probanden 30-mal so starke Gammawellen nach. Diese Hirnströme kennzeichnen einen Zustand höchster Konzentration.
Blick ins Oberstübchen
Die Ergebnisse Richardsons weckten das Interesse anderer Forscher. Eine zentrale Frage dabei: Inwiefern lässt sich die Architektur des Gehirns beeinflussen? Lange Zeit gingen Wissenschaftler davon aus, dass ein einmal entwickeltes Gehirn nicht mehr verändert werden kann. Heute ist klar: Die Wandlungsfähigkeit - die sogenannte Neuroplastizität - des Oberstübchens gibt berechtigte Hoffnung auf die Heilung verschiedener Krankheiten. Und Meditieren begünstigt offenbar das Wachstum neuer Nervenzellen. Das legen die Studien der deutschen Psychologin und Yoga-Lehrerin Britta Hölzel am Massachusetts General Hospital nahe.
Meditation macht belastbar
26 extrem gestresste Probanden nahmen acht Wochen lang an gängigen Antistress-Kursen teil. Allen ging es danach deutlich besser - und die anschließende Kernspin-Untersuchung brachte Erstaunliches zum Vorschein: In wichtigen Bereichen des Gehirns hatte sich die Dichte der sogenannten grauen Substanz erhöht, also überwiegend aus Nervenzellkörpern bestehende

Gebiete des Zentralnervensystems. Die Ergebnisse von Hölzel legen nahe, dass die Untersuchten nach der Meditation wieder belastbar waren. Die Forscherin konnte ebenfalls zeigen, dass Meditierende sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen. Zudem geht aus der Stressforschung hervor, dass Meditation den Blutdruck senken kann, Herzschlag und Atmung verlangsamen sich. Was die Mönche des dalai Lama so perfekt beherrschen, kann bei chronischen Depressionen helfen - und auch Schlaganfall-Patienten profitieren von den Selbstheilungskräften des Gehirns.
Stress kann krank machen
Herzstiftung
Dass ein Ausweg aus der Stressfalle gefunden werden muss, zeigt ein Blick auf Krankheitsbilder, die durch Stress begünstigt werden: “Wer dauernd unter Strom steht, riskiert Gefäßerkrankungen oder Asthma”, sagt Dr. Dagmar Santo, Gesundheitsexpertin der Schwenninger BKK. Auch Rückenschmerzen, Fettsucht und Diabetes sind Krankheiten, die Experten mit einer nicht enden wollenden Überbelastung in Zusammenhang bringen. Zusätzlich schwächt Stress das Immunsystem. Wer den Körper mit Meditation wieder ins Lot bringen möchte, hat eine grosse Auswahl: Vor allem Techniken wie Yoga oder Qi Gong sind einfach zu erlernen - und nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.Kliniken nutzen die heilenden Eigenschaften des mantalen Trainings, beispielsweise das Brustzentrum der Helios Klinik Mariahilf in Hamburg bei der Brustkrebs-Therapie.

Leistungen für 500.000 Demenzkranke werden verbessert

2012-01-19-pflegeAltersverwirrte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen können ab kommendem Jahr mit deutlich mehr Geld rechnen. Besonders die Betreuung durch Familienangehörige zuhause wird gefördert.
Angehörigen wird die Pflege erleichtert. Foto: picture-alliance/ ZB
Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hat den Gesetzentwurf zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung vorgestellt. Damit Betroffenen „so lange wie möglich zu Hause bleiben können“, so Bahr, fließen die zusätzlichen Mittel vor allem in die ambulante und häusliche Betreuung. Etwa 500.000 Pflegebedürftige und ihre Angehörigen werden von den Neuregelungen profitieren.

Auch Angehörige erhalten mehr Geld
Demenzkranke sollen mehr Geld für Pflegesachleistungen durch ambulante Dienste erhalten: In der Pflegestufe 0 sind das 225 Euro pro Monat. In der Pflegestufe 1 zukünftig 665 Euro und 1.250 Euro in der Pflegestufe 2.
Diese Beträge sollen zusätzlich gezahlt werden zu jenen 100 oder 200 Euro, die Demenzkranke bislang je nach Schwere des Falls für die Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung aus der Pflegeversicherung erhalten.
Wenn Angehörige pflegen, soll es mehr Pflegegeld geben. Die Leistungen steigen - von bislang 235 Euro auf 305 Euro monatlich in der Pflegestufe 1 und von 440 Euro auf 525 Euro in Pflegestufe 2. Für Demenzkranke in Pflegestufe 0 sollen die Angehörigen 120 Euro im Monat bekommen.

Wahl zwischen Leistung oder Zeitguthaben
Pflegebedürftige und ihre Angehörige können zukünftig wählen: Anstelle der bisherigen standardisierten Leistungen können sie mit den Pflegediensten Zeitkontingente vereinbaren. Die Zeit kann je nach persönlichen Bedarf unterschiedlich eingesetzt werden. Beispielweise für Hilfe bei der Körperpflege, aber auch für Vorlesen oder Spazieren gehen.
Das hilft den Pflegebedürftigen und nimmt den Zeitdruck von den Pflegekräften. „Pflege soll eine menschliche Zuwendung sein und keine Akkordarbeit", sagt Bahr.
Leben in selbstorganisierten Wohngruppen
Viele Pflegebedürftige wünschen sich eine altersgerechte Wohnform statt ein Pflegeheim. Dazu wird ein Programm aufgelegt, aus dem bis zu 10.000 Euro für eine pflegegerechte Umgestaltung der Wohnung finanziert werden kann.
Pflegebedürftige in einer selbstorganisierten Wohngruppe können monatlich eine Pauschale von 200 Euro für eine Pflegekraft erhalten.
Pflegende Angehörige werden entlastet
Pflegende Angehörige sollen leichter eine notwendige Vorsorge- oder Rehabilitationskur erhalten. Die gleichzeitige Versorgung des Pflegebedürftigen in unmittelbarer räumlicher Nähe des Kurortes während dieser Zeit soll die Angehörigen entlasten.
Wird eine Kurzzeitpflege in Anspruch genommen, soll das Pflegegeld künftig zur Hälfte weiterbezahlt werden.
Der Begriff der Pflegebedürftigkeit wird von einem Expertenbeirat überarbeitet. Um die geplanten Leistungsverbesserungen finanzieren zu können, wird der Beitragssatz in der Pflegeversicherung zum 1. Januar 2013 um 0,1 Prozentpunkte angehoben.

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